Moderne Söldner

Söldner gibt es in der Geschichte der Menschheit schon so lange wie es Kriege gibt und ebenso alt ist auch der schlechte Ruf, den der Söldner hat. Laut den Genfer Konventionen gilt als Söldner jeder, der im Inland oder Ausland zum Zweck des Kampfes in einem bewaffneten Konflikt angeworben wird. Der Söldner ist jemand, der dann auch tatsächlich an Feindseligkeiten teilnimmt und dies für einen persönlichen Gewinn oder eine hohe materielle Vergütung tut. Dabei sind Söldner üblicherweise keine Staatsangehörigen der Konfliktparteien und auch keine Angehörigen der regulären Streitkräfte dieser.

Der Söldner in der heutigen Zeit

Die Entwicklung des modernen Söldners begann mit dem Ende des Vietnamkriegs. Viele der Kriegsveteranen fanden damals keinen Weg zurück ins zivile Leben und schlossen sich deswegen zu privaten Sicherheitsunternehmen zusammen, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Waffen- und Drogenschmuggel gehörten genauso zu ihren Tätigkeitsgebieten wie gut bezahlte Einsätze in den Kriegsgebieten in aller Welt. Seit dem wurde am Erfolgskonzept der privaten Sicherheits- und Militärunternehmen zum Anheuern der Söldner für vielfältige Zwecke festgehalten. Bekannte Firmen dieser Art waren zum Beispiel Sandline International, eine britische Paramilitäreinheit, oder Executive Outcomes, welche sich auf das Anheuern ehemaliger Soldaten der südafrikanischen Armee spezialisierte. Beide Firmen wurden inzwischen aufgelöst.

Auch in den Jugoslawienkriegen der 1990er Jahre wurden Söldner eingesetzt.
In diesem Fall handelte es sich meist um ehemalige Soldaten aus Osteuropa. Auch im Irak wurden Söldner eingesetzt. 2004 machte der Fall der vier in der irakischen Stadt Falludjah massakrierten Söldner Schlagzeilen. Alle vier waren ehemalige amerikanische Elitesoldaten, welche für die Militärfirma Blackwater arbeiteten. 2008 waren im Irak 20.000 Söldner in britischem oder amerikanischem Auftrag tätig. Diesmal waren darunter auch deutsche Söldner wie zum Beispiel ehemalige Soldaten, Polizisten oder Angehörige von Spezialeinheiten. Dabei ist das Anwerben für einen fremden Wehrdienst und damit auch für das Söldnertum in Deutschland nach dem Strafgesetzbuch verboten. Auch in Afghanistan läuft ohne die modernen Söldner nichts. Etwa 50 verschiedene Sicherheitsunternehmen mit etwa 52.000 Mitarbeitern sind im Land tätig. Auch in Deutschland gibt es eine Firma namens Asgaard, welche in dem Fall ehemalige Bundeswehrsoldaten als deutsche Söldner nach Somalia entsenden will.

Der Söldner – ein Beruf mit Zukunft?

Trotz des schlechten Images sind die Berufsaussichten der Söldner so gut wie seit der Antike nicht mehr. Die Sicherheitslage in vielen Ländern ist instabil und es wird gern auf private Sicherheitsdienstleister zurückgegriffen. Die Grenzen zu militärischen Einsätzen sind dabei fließend. Söldner werden überall auf der Welt benötigt. Auch finanziell ist die Verpflichtung als Söldner für ehemalige Soldaten lukrativ. Oftmals verdienen sie sehr viel mehr als vorher als Angehörige der regulären Streitkräfte ihres Landes und auch sehr viel mehr als sie mit einem zivilen Beruf jemals verdienen könnten. Was bleibt ist das Risiko für Körper und Seele jedes Einzelnen der Söldner und die Frage nach Moral und Ethik an die Weltgemeinschaft.

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